Die Geschichte Kleinenbremens

Dei Geschichte van Lütkenbremen

Alter der Siedlung


Wann nun die ersten Wohnplätze in unserem Dorfe angelegt wurden, läßt sich heute nicht mehr feststellen, denn darüber kann es ja keine schriftlichen Aufzeichnungen geben, ebenso wenig geben Bodenfunde darüber Auskunft. Sicher gehört es aber zu den ältesten Dörfern unseres heimischen Raumes, die in die altsächsische Zeit zurückreichen. Um das ungefähre Alter einer Siedlung datieren zu können, bedient man sich u. a. der Ortsnamenkunde.

Es dürfte wohl ohne weiteres einleuchten, daß die Namengebung genau wie die Siedlungsformen immer der jeweiligen Zeit entsprechen. Daraus folgt, daß man über den Namen die Siedlungen zeitlich einigermaßen richtig einordnen kann. Man glaubt festgestellt zu haben, daß die zweisilbigen Namen, die auf -e, -er, -en enden und deren Sinn wir heute nicht mehr verstehen, als Bezeichnung für die ältesten Siedlungen unseres heimischen Raumes gelten, deren Entstehung man im 5. - 6. Jahrhundert n. Chr. annehmen zu können meint. Unser Dorf, das mit der Hansestadt Bremen und mit den Orten Bremen bei Werl, Bremen in Würtemberg und anderen Orten den gleichen Namen hat, wird also in derselben Zeitepoche entstanden sein wie diese, von denen die Hansestadt schon 782 erstmalig erwähnt wird. Daß man später in Urkunden zur Unterscheidung den Zusatz parvum = klein oder Lüttken -vor das Wort Bremen setzte, ist wohl verständlich. Damit dürfte auch die ab und zu noch vorhandene Meinung, unser Dorf sei eine Gründung von Bremer Kaufleuten, nicht aufrecht zu halten sein. Bekannt ist, daß Bremer Kaufleute auf ihren Zügen nach Süden unser Dorf passiert haben, denn die große von Bremen die Weser heraufführende Handelsstraße lief von Minden über die Klus durch den Kleinenbremer Paß nach Rinteln und weiter nach Süden. Innerörtliche Teilstücke dieses alten Verkehrsweges sind wahrscheinlich die alten Hohlwege Bremer Straße (nach dem 2. Weltkrieg aufgefüllt), An der Höchte und die Kleinen-bremer Straße, die zum Teil zwischen durch Mauern gestützte Böschungen dahinführt und deren Verlängerung nach Osten als ,,Alter Postweg" bezeichnet wurde.



Name

Die Anlage einer Siedlung geschah nun niemals willkürlich. Es mußte ein Platz gefunden werden, der sich durch seine natürlichen Gegebenheiten als besonders siedlungsfreundlich erwies. Solch eine Stelle war auch der Einschnitt in unserem Gebirge: der Kleinenbremer Paß. Er bot das für die Bedürfnisse der Siedler notwendige Holz durch die Nähe des Waldes, genügend Wasser aus dem Bach, Acker- und Weideland nördlich der Ansiedlung. Dazu gewährte der Taleinschnitt Schutz vor den Unbilden der Witterung.

Aus der Lage der Siedlung am Bache erklärt sich auch der Name ,,Bremen", Jellinghaus stellt in seinem Werk ,,Die westfälischen Ortsnamen nach ihren Grundwörtern" das Wort ,,brem" zu angelsächsisch ,,brymme" (englisch ,,brim") = Rand. Es bezeichnet einen Wald-, Feld-, Wiesenrain oder das Ufer eines Baches oder Flusses.

Quelle: 8oo Jahre Kleinenbremen


Programm des Gymnasiums zu Lemgo im Fürstenthum Lippe-Detmold 1856.
Abhandlung des Rektor Prof. Dr. H. K. Brandes: Hamburg und Bremen, Untersuchung über die Namen beider Städte.

...Der Name Bremen oder ähnliche kommt ebenfalls oft vor (Kleinenbremen oder Lütgenbremen an der Weser ist übersehen), Bräm ist im Schwedischen Saum; dahin gehören Ausdrücke wie Bramsegel, Bremse u.s.w., verwandt ist Rahmen; Bremen hat also seinen Namen von dem Uferrande, auf dem es erbaut ist...

Quelle: Zeitschrift für das Gymnasialwesen...; 13. Jahrgang; 1. Band; Berlin; Verlag von Theod. Chr. Fr. Enslin; 1859